Das Britische Markenschutzgesetz (merchandise marks act) von 1887 verpflichtete Firmen, die ihre Produkte nach Grossbritannien exportierten wollten, die Ware mit dem Ursprungsland zu kennzeichnen.

 

Dies wurde nötig, weil die Konkurrenz aus dem Ausland ihre qualitativ schlechteren Produkte, die zudem mit minderwertigen Materialen hergestellt wurden, mit Logos, Marken oder Herstellernamen aus Grossbritannien kennzeichneten.

Bei den Exporteuren reifte die Erkenntnis, dass der Weltmarkt nicht mit Billigprodukten, sondern mit qualitativ hochwertigen Produkten die auch höhere Preise am Markt erzielten zu erobern sei.  Die Ursprungsbezeichnung wurde so im Laufe der Zeit für Länder wie die Schweiz oder Deutschland immer mehr zu einem wichtigen Qualitätsmerkmal.

Ursprungszeugnisse müssen heute für Länder im Nahen- und Mittleren Osten, Südamerika oder wenn es der Importeur ausdrücklich verlangt, ausgestellt werden.  Sie belegen den Ursprung einer Ware. Anrecht auf eine zollbefreite Einfuhr (Präferenz) ergibt sich daraus nicht.

Mit dem Aufkommen des Freihandels in Europa (EWG, EFTA) wurde ein neues Dokument notwendig, das den Ursprung einer Ware, unter Berücksichtigung der in den Freihandelsverträgen abgemachten Bestimmungen, nachwies. Man schuf das EUR 1 Formular, das den präferenziellen Ursprung und somit die zollfreie Einfuhr (präferenzielle Einfuhr) in ein Mitgliedsland möglich machte. Die Feststellung, ob eine Ware einen präferenziellen Ursprung der Schweiz hat ist in den jeweiligen Freihandelsabkommen die die Schweiz respektive die EFTA (und deren Mitglied die Schweiz ist) abgeschlossen haben geregelt.

Mit der zunehmenden Automatisation wurde es notwendig, das EUR 1 Formular durch eine präferenzielle Ursprungserklärung auf der Rechnung oder Packliste zu ersetzen. Dazu braucht der Exporteur eine Bewilligung der Eidgenössischen Oberzolldirektion (falls der Warenwert CHF 10‘300.—übersteigt) um als „Ermächtigter Ausführer“ von dieser Vereinfachung zu profitieren.

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